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Presseservice | Stefan Appelius: Bulgarien. Europas ferner Osten

 

Stefan Appelius: Bulgarien. Europas ferner Osten

 
 
In der Neuen Zürcher Zeitung vom 30. März 2007 hebt der Rezensent hervor, dass Appelius auch hinsichtlich der Rolle Bulgariens den Blick nach vorne verlangt - statt der ewigen Erinnerung an die Vergangenheit.
TK Kreyenbühl Th. Ist Bulgarien reif für die EU? T. K. Stefan Appelius, Privatdozent für Politikwissenschaft in Oldenburg, beantwortet die Frage nach der Reife Bulgariens für die EU, der das Land kürzlich beigetreten ist, ganz am Schluss seines Buches positiv. Er fügt seinem Verdikt aber gleich ein relativierendes "Trotzdem" bei. Trotz was? In den 260 Seiten davor wird die Frage akribisch aufgearbeitet: Das Schicksal des Landes unter den Türken, Bulgarien als Spielball der russischen und österreichischen Weltpolitik, die Zeit der "Caudillos" mit ihren aus Deutschland gelieferten Marionetten-Königen, dann der Kommunismus, dem es hier gestattet war, sich ganz besonders stur und brutal in Szene zu setzen, und schliesslich die Oligarchen und Mafiosi, die wie überall im früheren Ostblock nach dem Systemwechsel aus den Kreisen gut vernetzter Jungkommunisten hervorgingen, in Bulgarien die Schalthebel der wirtschaftlichen Macht aber weit länger als in den mitteleuropäischen Transformationsstaaten unter ihrer Kontrolle halten konnten (und weiterhin können). Kurz: Ein geschundenes Land, dessen Bevölkerung immer wieder verarmte oder durch brutale Gemetzel oder staatsterroristische Übergriffe dezimiert wurde. Nicht die Bürgertugenden, die heute so dringend notwendig wären, um im EU-Verbund nicht als Mafia- und Korruptionsland aufzufallen, waren über die Jahrhunderte geübt worden, sondern das Kopfeinziehen, das Auf-der-richtigen-Seite-Stehen, die Demut vor Willkür-Entscheiden. Appelius legt ein interessantes, minuziös (hauptsächlich in deutschsprachigen Medienarchiven und bei deutschsprachigen Zeitzeugen) recherchiertes, flüssig und engagiert geschriebenes Buch vor und erklärt letztlich auch, weshalb er "trotzdem" zu einem positiven Fazit kommt: Der EU-Beitritt wird helfen, die junge Demokratie zu stabilisieren und die verhängnisvollen Verstrickungen mit der Vergangenheit zu lösen. Er befürwortet eine Vorwärts-Orientierung, so wie sie auch von den westbalkanischen Staaten benötigt würde. Sie haben nicht minder schwierige Zeiten hinter sich und brauchen - statt der ewigen Erinnerung an die Vergangenheit - dringend neue Perspektiven. Stefan Appelius: Bulgarien - Europas ferner Osten, Bouvier Verlag, Bonn 2006, 350 S., EUR 24.-.
 
 


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