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Presseservice | Dieter Thoma: Heute am Mikrophon

 

Dieter Thoma: Heute am Mikrophon

 
 
Am 11.April 2007 wird Dieter Thoma 80 Jahre alt. Ausdiesem Anlaß erschienen 80 Stücke aus 40 Jahren.
Ein Leben für die heiteren Seiten VON MARIANNE KOLARIK,Kölner Stadtanzeiger Dieter Thoma feiert Geburtstag. Es ist schon eine geraume Weile her, dass Dieter Thoma bei der Anmeldung in einem Hotel als Beruf „Glossograf“ angab. Womit der Journalist, ehemalige Chefredakteur des „Westdeutschen Rundfunks“ (WDR), der „Kölner Treff“-Partner von Alfred Biolek, langjährige „Presseclub“-Moderator und ehemalige Reporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“ damals andeutete, dass er eine ganz besondere Begabung dafür besitzt, die kuriosen bis lachhaften Seiten einer Sache oder Situation zu erkennen - und zu beschreiben. „Ich habe immer geglaubt, das Unernste, die heitere Perspektive, werde in unserem Land mehr gebraucht als noch mehr pädagogische Ernsthaftigkeit“, schreibt Thoma im Vorwort zu „Heute am Mikrophon . . . Heiteres und Ernstes zur Zeit“ (Bouvier, 17,90 Euro), eine Sammlung von exakt 80 Glossen, die zwischen 1958 und 1996 entstanden sind - 17 davon für diese Zeitung. Erschienen sind sie nun passend und rechtzeitig zu seinem 80. Geburtstag am heutigen Mittwoch. Auf dem Schutzumschlag lächelt er, wie wir ihn kennen: Mit einer Portion Schalk im Nacken, dem offenen Blick und der hohen Stirn lädt der am 11. April 1927 in Paderborn geborene Autor zu einer Art Zeitreise ein, in deren Verlauf man ständig ins Kichern und Griemeln gerät. 1961 zum Beispiel - er arbeitete drei Monate in der Pariser „L'Express“-Redaktion - entstand „B.B. als Nach barin“, eine witzige kleine Geschichte über die Vorstellung, im selben Haus wie das damalige Sex-Symbol Brigitte Bardot zu wohnen. Dass Thoma zunächst Kabarettist war, bevor er Lokalreporter bei der „Aachener Volkszeitung“ und später Chefreporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurde, merkt man spätestens bei geschliffenen Texten wie „Erreger der Krankenkassen ent deckt“. Dass die Zeiten sich geändert haben, konstatierte Thoma bereits 1964 mit folgender lakonischen Feststellung: „Man sieht und hört immer seltener, dass sich irgendwo noch zwei Bewerber um eine Dame prügeln“. Inzwischen wird es Damen geben, die von solchen „Hahnenkämpfen“ noch nie in ihrem Leben etwas gehört haben. Geradezu deprimierend stimmt bei aller leichtfüßigen Formulierungskunst die Tatsache, dass so manches heiße Eisen, das Thoma mit spitzer Feder aufgriff, erst viele Jahre später von der Öffentlichkeit wahr- und ernstgenommen wurde. So schrieb er zum Beispiel im März 1983: „Wir werden über eine Wirtschaft ohne Wachstum nachdenken müssen, über die Frage, wie viel Arbeit es noch für wie viele Menschen gibt. Über den sogenannten Generationenvertrag . . ., über Gift und Umwelt . . .“. Und er machte sich Sorgen um die Sprache. In „Verlorene Wörter“ aus dem Jahr 1985 trauert er dem „Antlitz“ und dem „Ungemach“ hinterher, die aus dem Wortschatz fast verschwunden seien und stellte bereits damals fest, dass es altmodisch werde, nicht vulgär zu sprechen. In seiner Abschiedsrede kurz vor seiner Pensionierung 1992 stellte er eine Art zehn Gebote für seine Nachfolger beim WDR auf. Das sechste lautete: „Ein einfaches Problem kann unlösbar gemacht werden, wenn man ausreichend viele Konferenzen darüber abhält.“ Noch heute hält man sich in vielen Redaktionen an diese eiserne Regel. 1994 fragt er sich - und damit den Leser - wie es dazu gekommen ist, „dass wir eine von solchen Neidkomplexen beherrschte Gesellschaft geworden sind?“ Eine mögliche Antwort könnte lauten: „Es gibt einfach zu wenige Thomas in Deutschland.“
 
 


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